Tierfreund schützt großes Wespennest

NABU lobt Naturliebhaber / Wespenstaaten sterben im Herbst natürlich

Bis in den September wachsen Wespenstaaten. Kurze Zeit später sterben sie ab.
Bis in den September wachsen Wespenstaaten. Kurze Zeit später sterben sie ab.

Wahre Tierliebe zeigt sich dann, wenn die Tiere dem Tierfreund das Leben schwerer machen und er trotzdem an ihrem Schutz festhält. So wie Jochen Wempe aus Kirchwalsede. Gemeinsam mit seiner Frau Karin stellte er jetzt dem NABU das große Nest der Gemeinen Wespe vor, das er im Altteppichlager seiner Malerfirma duldet.

„Wespenkolonien erreichen Mitte September ihre maximale Größe. Im Fall der Gemeinen und der Deutschen Wespe können solche Staaten bis zu 7.000 Insekten umfassen. Alle anderen Arten bilden viel kleinere Kolonien", erläuterte NABU-Imker und Wespenexperte Georg Radlanski bei dem Termin. Zum Vergleich: Ein gut geführtes Bienenvolk im Sommer umfasst etwa 50.000 Arbeiterinnen.

Nur zwei der acht heimischen Wespenarten – die Gemeine und die Deutsche Wespe – fliegen auf Limo, Cola und Kuchen. „Sie nutzen süße Säfte als Treibstoff zum Fliegen und können auf der Suche danach manchmal lästig werden“, sagt Radlanski. „Dann sollte man die Ruhe bewahren und nicht hektisch werden.“ Denn ebenso wie Bienen stächen Wespen nur, wenn sie angegriffen oder gequetscht würden.

Zum Versorgen ihrer Brut brauchen Wespen tierisches Eiweiß. „Fast immer sind das andere Insekten“, informierte Radlanski. Ein Wespen- oder Hornissenstaat in der Nähe helfe daher dabei, Fliegen und Mücken etwas in Schach zu halten.

Anders als bei den Bienen gehen Wespen-, Hornissen- und Hummelvölker im Herbst zugrunde. Radlanski: „Nur ein paar begattete junge Königinnen überwintern und starten dann im nächsten Frühjahr neu. Und zwar fast nie an der gleichen Stelle wie im Vorjahr.“ Meist sei es daher das beste Rezept, einfach ein paar Wochen abzuwarten, wenn man sich gestört fühle – dann erledige sich das Problem auf natürliche Weise von selbst.

So hält es auch Malermeister Wempe. „Ich benötige alte Teppiche zum Drunterlegen. Unsern Wagen packe ich ohnehin morgens früh, da fliegen die Wespen noch nicht stark“, berichtete er. Manchmal träfen er und seine Mitarbeiter auch auf Baustellen auf Wespennester, etwa an Unterschlägen, die gestrichen werden sollen. „Auch dann ist es meistens am besten, diese Arbeit nach Möglichkeit um ein paar Wochen aufzuschieben“, sagt er. - Die Natur- und Tierliebe ihres Arbeitgebers kommt übrigens auch bei der Belegschaft an. Einer der Mitarbeitenden hatte den NABU angerufen, um den Chef für dessen Rücksicht auf die Natur zu loben.

Hummeln, Bienen, Wespen und insbesondere Hornissen sind geschützt. Der Landkreis Rotenburg hat eine Reihe von Naturfreunden zu entsprechenden Beratern ausgebildet, darunter viele Imker und NABU-Mitglieder. Die geben Haus- und Grundbesitzern Tipps für das Zusammenleben mit Hautflüglern. Radlanski: „In schwierigen Fällen kommen die Kollegen auch ins Haus und beraten dort. Meist findet sich eine Lösung. Wenn es gar nicht anders geht, kommt manchmal auch eine Umsiedlung des Nestes infrage. Dafür müssen dann aber sehr triftige Gründe vorliegen.“

Welcher Fachmann für welche Ortschaften zuständig ist, erfahren Sie auf der Liste, die Sie hier herunterladen können.

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Jochen Wempe (links) und seine Frau Karin zeigen Georg Radlanski vom NABU das Lager mit alten Teppichen, in dem die Gemeine Wespe Quartier bezogen hat
Jochen Wempe (links) und seine Frau Karin zeigen Georg Radlanski vom NABU das Lager mit alten Teppichen, in dem die Gemeine Wespe Quartier bezogen hat

Wenn die Kraniche erwachen

Exkursion mit Alfed Nottorf am Donnerstag, 13. Oktober

In der Morgendämmerung mact sich Kranichtrupp für Trupp auf den Weg vom Schlafplatz im Moor zu den Maisäckern der Umgebung. Unter der Leitung von Landschaftswart Alfred Nottort werden die Teilnehmenden dieses stimmungsvolle Schauspiel beobachten. Mit etwas Glück gibt es auch einen Seeadler zu sehen. Nottorf kennt das Gebiet seit 60 Jahren. Er war maßgeblich an der Renaturierung des Moores beteiligt.

Treffpunkt ist Sittensenn. Genaueres erfahren Interssierte bei der Anmeldung. Sie erfolgt unter Telefon: 04263/6757894. Die Kosten betragen 5€. NABU-Mitglieder sind frei.

Alfred Nottorf kennt das Kranichgebiet seit 60 Jahren
Alfred Nottorf kennt das Kranichgebiet seit 60 Jahren

250 NABU-Vertreter in Rotenburg

NABU Rotenburg ist Gastgeber bei der Landesvertreterversammlung

Die diesjährige Landesvertreterversammlung des NABU Niedersachsen fand in Rotenburg statt. 250 Delegierte kamen im Haus Niedersachsen der Rotenburger Werke zusammen. Auf großes Interesse stießen die Exkursionen, die an drei Tagen als Beiprogramm vom NABU Rotenburg angeboten wurden. Sie führten zum Regenrückhaltebecken in Brockel, auf den Moorerlebnispfad am Bullensee und auf den Mitmach- und Erlebnisgarten auf dem Hartmannshof.

Bau des Fledermauswinterquartiers schreitet voran

NABU Rotenburg schafft neues Winterquartier für Fledermäuse

Es werden Steine geschleppt, Sand gekarrt, gemauert und geklopft. Ehrenamtliche Helfer des NABU Rotenburg bauen einen unterirdischen Raum in Rotenburg als Winterquartier für Fledermäuse um.
Ziel des Umbaus ist es, die Luftfeuchtigkeit in dem kleinen Raum zu erhöhen und Klimaschwankungen auszugleichen. Ferner soll der Raum gegen Frost geschützt werden, damit die "Schönen der Nacht" den Winter gut überstehen. Nur noch ein paar Kleinigkeiten und die Fledermäuse könnten einziehen.Einen kleinen Einblick hinter die Kulissen erhalten Sie durch die folgende Bildergalerie.

Das Projekt wird unterstützt durch:

Bingo Umweltstiftung

Ernst-Gerken-Straßenbau Rotenburg

Stadtwerke Rotenburg

Das Urheberrecht für alle gezeigten Bilder liegt beim NABU-Rotenburg, soweit nicht besonders vermerkt. Eine Verwendung ist nur mit Genehmigung erlaubt.

NABU Mitmach- und Erlebnisgarten
NABU Mitmach- und Erlebnisgarten