Wie der Bach die Kurve kriegt

Viele Heidebäche sind vom natürlichen Zustand weit entfernt. Auf einer Nabu-Führung am Freitag, 11. Juni, 18 Uhr zeigt die Biologin Heike Vullmer am Beispiel des Lünzener Bruchbachs, was getan werden kann, damit sich Insekten, Vögel und Fische wieder wohl fühlen.

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 12.

Bei der Anmeldung unter 04263-6757894 erfahren Interessierte den genauen Treffpunkt und erhalten weitere Infos, zum Beispiel im Hinblick auf Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

Mehr Leben auf den Friedhöfen

Kirchengemeinde und NABU planen gemeinsames Projekt

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert die Ev. luth. St. Lucas Kirchengemeinde Scheeßel mit 12.000 Euro. In Zusammenarbeit mit dem NABU Rotenburg möchte sie ihre beiden Friedhöfe ökologisch aufwerten. Hintergrund ist, dass durch einen Wandel in der Bestattungskultur – hin zu mehr Urnen – weniger Platz für Grabstellen benötigt wird. „Dadurch entsteht freier Raum, auf dem wir etwas für die Natur tun wollen“, sagt Friedhofsverwalterin Renate Trau. Sie hatte die Idee zu dem Projekt und sich damit an den NABU gewandt. Der war begeistert und machte sich sofort ans Planen.

Der momentan vorherrschende recht monotone Rasen soll in Teilbereichen fünf wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen Platz machen. Bei den Einzelheiten konnte der Naturschutzbund auf die Ideen und Erfahrungen des bekannten Gartengestalters und Pädagogen Hein Benjes aus Hellwege zurückgreifen. Gemäß dem jeweiligen gestalterischen Schwerpunkt tragen die kleinen Landschaften Überschriften wie „An der Heide“, „Bei den Steinen“, „Durch die Büsche“, „Bei den Steinen“ und „Am Wasser“.

„Wir wollen die Biotope sensibel in das Gelände mit den zum Teil noch belegten Grabstellen einbetten“, sagt Pastor Hartmut Nack. Auf Sitzbänken können die Friedhofsbesucher zur Ruhe kommen und sich vielleicht auch für die naturnahe Gestaltung ihrer eigenen Gärten inspirieren lassen. In einer kleinen Serie soll dieses Thema auch im Gemeindeblatt aufgegriffen werden.

Die Umsetzung des Projekts soll nach und nach bis in den Herbst 2022 erfolgen. „Wir freuen uns auf eine gute und spannende Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Naturschützern und ehrenamtlichen Gemeindegliedern und -Gruppen“, sagt Roland Meyer vom NABU. Pastor Nack ergänzt: „Mit der Verantwortung für die Schöpfung haben wir einen wichtigen Berührungspunkt.“ Sobald die Pandemie einen Startschuss zulasse, solle es einen Aufruf zur Mitarbeit geben, informieren die Beteiligten. Wer schon jetzt wisse, dass er dabei sein möchte, könne sich gerne auch ab sofort bei Frau Trau von der Kirchengemeinde (04263-984559) oder NABU-Ehrenamtskoordinatorin Carola Hoppe melden (04263-6757894).

Die Bingo-Umweltstiftung fördert das Vorhaben, weil sich Friedhöfe gut für Biotope aus zweiter Hand eignen. „Der Druck auf die Landschaft durch Straßen- und Siedlungsbau sowie durch intensive Land- und Forstwirtschaft führt zu einem Verlust an wertvollen Biotopen, der durch ökologisch gestaltete Friedhöfe gemildert werden kann“, begründet Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr. Als Eigenanteil steuert die Kirchengemeinde gut 18.000 Euro aus dem Freiwilligen Kirchgeld bei. Auch die Stiftung der Sparkasse Scheeßel (1.500 Euro) und der NABU Rotenburg (2.000 Euro) helfen bei der Finanzierung. Um die weitere Planung und Ausführung kümmert sich dessen gemeinnützige GmbH „Bündnis für Naturschutz und Inklusion“.

Ausfall von Veranstaltungen

Mit Hinweis auf die Pantemie fallen folgende Veranstaltungen leider aus:

Sonntag, 2. Mai, Führung
Bei Fitis und Schwarzkehlchen.

Sonntag, 9. Mai, Lesung
Erzählungen aus dem Vogelgarten.
Wer sich über das Buch von Autorin Claudia Koppert bereits jetzt informieren möchte, findet eine Rezension auf der Homepage www.birdnet.de (https://www.birdnet-news.de/naturwerke.dll/Egdkkprntu6~KEFsnobzzW/$)

Aus dem Nest gefallen?

Jungvögel am Boden sind nicht in Not!

Der NABU Rotenburg appelliert an Naturfreundinnen und -freunde, vermeintlich hilflose Vogelkinder in der freien Natur zu belassen und nicht mitzunehmen. Für die kleinen Vögel ist es in der Regel am besten, an Ort und Stelle zu bleiben. Auch wenn es gut gemeint ist: Oft tut man den kleinen Tieren keinen Gefallen, wenn man sie mitnimmt. Denn meist handelt es sich nicht um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, sondern um gesunde Jungvögel, die nach wie vor von den Eltern versorgt werden.

Viele Vogelarten verlassen ihr Nest bereits bevor sie fliegen können. Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasane oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten, Greifvögel und Eulen. Im Siedlungsbereich finden sich am häufigsten die bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der Enge des Nestes entfliehen. Damit sie nicht verloren gehen, geben die Jungvögel fast unablässig sogenannte „Standortlaute“ von sich. Dieses Piepsen wird von Passanten oft fälschlicherweise als Hilferuf interpretiert.

Dass die Jungen außerhalb ihres Nestes oftmals natürlichen Feinden zum Opfer fallen, ist ein natürlicher Vorgang, an den die Natur und die Vogelbestände angepasst sind.

Wer den Vögeln wirklich helfen möchte, sollte ihre Lebensräume schützen. Dazu kann jeder etwas beitragen, etwa den Garten naturnah gestalten, Hecken und heimische Sträucher anpflanzen und beim Einkaufen die ökologische – und auch vogelfreundliche – Landwirtschaft unterstützen.

 

 

 

 

 

Foto: Walter Wimmer

 

 

NABU verschiebt Führungen

Mit Hinweis auf die Pandemie verschiebt der NABU Rotenburg seine beiden für diesen und für den kommenden Sonntag, 11. und 18. April, geplanten Exkursionen. Der Frühlingsspaziergang mit Hein Benjes in Fintel soll möglichst am Sonntag, 25. April, nachgeholt werden. Anmeldungen sind unter 04263-6757894 möglich. Das Thema "Wald heute und übermorgen" mit Forstamtsleiterin Lena Maack und Förster Henning Küper soll im Herbst wieder aufgegriffen werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.