Kranichbeobachtung bei Appel

Wer ziemlich sicher Kraniche beobachten möchte, sollte das in den letzten 90 Minuten vor Sonnenuntergang an der kleinen Verbindungsstraße zwischen Appel (bei Helvesiek) und Stemmen versuchen. Das rät der NABU Rotenburg. Die Naturschützer haben eine Stelle an der Straße gekennzeichnet, von wo aus ein viel genutzter so genannter Vorsammelplatz der grauen Trompeter einzusehen ist.

 

Bereits in der vergangenen Woche seien dort in der fraglichen Zeit mehr als 300 Krancihe zu sehen gewesen, teilt der NABU mit. Normalerweise halte das Zuggeschehen bis Ende November an. „Der Höhepunkt in unserer Gegend ist meist etwa Ende Oktober“, sagt der Vorsitzende Roland Meyer. Während die Vögel tagsüber in kleinen Trupps fräßen, flögen sie zum Übernachten in wiedervernässte Moore, viele davon ins Bauernmoor. Meyer: „Vorher sammeln sie sich häufig am besonderen Treffpunkten.“ Einer davon liege bei Appel. Dort könnten in vier Wochen nachmittags rund 1.000 Kraniche zusammenkommen.

 

Seinen Kranchbeobachtungswagen hat der NABU mit Rücksicht auf Corona in diesem Herbst allerdings nicht aufgebaut. „Das Interesse an Kranichen ist groß und die Fenster des Wagens sind klein. Und wir wollen nicht leichtsinnig zum Infektionsgeschehen beitragen“, begründet Carola Hoppe vom NABU-Vorstand. Stattdessen wurden ein kleine Absperrung, ein Hinweisschild und ein Brett zum Aufstützen von Ferngläsern installiert. Hoppe: „Wer an der Straße hinter dem Seil bleibt und sich ruhig verhält, unterschreitet die Fluchtdistanz der Kraniche nicht.“ Wer den Tieren jedoch zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto nähe komme, veranlasse sie zum Auffliegen. „Dadurch wird Energie verbraucht, die die Tiere dringend für den Weiterzug nach Südfrankreich und Spanien brauchen“, sagt Hoppe.

 

Der NABU rät, zum guten Beobachten ein Fernglas und eventuell einen Klappstuhl mitzubringen. Meyer: „An dem Platz in Appel hat man nachmittags die Sonnen im Rücken. Das sorgt bei guten Wetter für tolles Licht.“ Auf den vorgelagerten Wiesen seien üblicherweise auch Mäusebussarde und Turmfalken beim Jagen sowie nordische Gänse auf dem Durchzug zu sehen. „Weiter hinten taucht aller erfahrung nach manchmal der Seeadler auf. Und im vergangenen Jahr waren mitunter zwei überwinternde Kornweihen und ein Wanderfalke zu beobachten.“

Vorstand im Amt bestätigt

Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des NABU-Rotenburg im Heimathaus wurde der komplette Vorstand für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Dafür gab es großen Beifall von den Anwesenden.

Auf der Sitzung hat der Vorstand aus den Jahren 2019 und 2020 berichtet und zwei Geschäftsabschlüsse vorgelegt, weil die Mitgliederversammlung im Jahr 2020 coronabedingt ausfallen musste. Die Anwesenden staunten über die vielen Projekte und Aktionen, die der Vorstand mit den rund 80 ehrenamtlich Aktiven in den zwei Jahren auf den Weg gebracht und umgesetzt hat. Sie stammen aus den drei Bereichen Umweltbildung, Naturschutz und (politische) Einmischung. Wer sich dem Ehrenamtsteam anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Carola Hoppe freut sich über Anrufe von Interessierten, Telefon: 04261/9616565. 

Dem alten und neuen Vorstand gehören an (von links): Wilfried Glauch (Kassenwart), Carola Hoppe (stellv. Vorsitzende), Roland Meyer (Vorsitzender) und Sabine Jeske (Schriftführerin).

Ein Jahr zwischen 100.000 Vögeln

VHS und NABU laden zum Vortrag am Freitag, 24.9.

Auf Hallig Langeneß  leben nur 100 Menschen - aber 100.000 Vögel. Franziska Meyer vom NABU Rotenburg hat dort ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert. Am Freitag ist die frühere Eichenschülerin und heutige Studentin zu Gast in Rotenburg, um in der Volkhochschule im Kantor-Helmke-Haus (Am Kirchhof 10, Seiteneingang) von ihren Erlebnissen und vielen Landuntern zu berichten.

Beginn ist um 19.30 Uhr.

In einem reich bebilderten Vortrag nimmt die Scheeßelerin die Besucher mit zwischen Aussternfischer und Ringelgänse führt in die vielfältige Welt des Bäumchenröhrenwurms.

Eintritt: 5 euro, NABU-Mitglieder frei. 

Spuren der Eiszeit

Naturkundliche, archäologische und kulturhistorische Besonderheiten im Dreieck Winkeldorf, Steinfeld, Bülstedt: Darum geht es auf einer Radtour, zu der der NABU Rotenburg für

Sonntag, 19. September einladen.

Die Leitung haben Henrik Scheunemann von der Naturschutzbehörde und Heike Vullmer von der Stiftung Naturschutz. Die Strecke ist etwa 25 Kilometer lang. Einige Biotope werden auch zu Fuß erkundet, was gutes Schuhwerk verlangt.

Alle weiteren Einzelheiten erfahren Interessierte bei der Anmeldung unter 04263-6757894.

Natur-Stationen für die ganze Familie

Einstimmung auf Regio Challenge: Umweltverbände laden in den MEGa

Ein kurzweiliges Programm rund um die Natur für die ganze Familie, dazu Kaffee und Kuchen sowie viele Informationen über die Mitmach-Aktion Regio Challenge: Das erwartet Besucher am bundesweiten Tag des offenen Denkmals

an diesem Sonntag, 12. September, von 15 bis 17 Uhr im Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa auf dem Hartmannshof.

Der Eintritt ist wie immer frei.

Apfelsaft pressen, Mehl mahlen, Stockbrot und Kartoffeln garen, Brotteig vorbereiten, Kräuterbutterquiz, Kleines ganz groß sehen: Diese und weitere Stationen baut der NABU rund um seinen-Krummsparren-Schafstall und den alten Torfschuppen auf, der im MEGa zurzeit rekonstruiert wird. Kinder, die alle Angebote wahrnehmen, können am Ende einen bunten Wurm aus Holzperlen mit nach Hause nehmen.

Erwachsene haben derweil Gelegenheit, sich über gutes und nachhaltiges Essen zu informieren. Denn viele Rotenburger Umweltverbände – außer dem NABU zum Beispiel Sambucus, Ackern und Rackern, der BUND, Bioland und Hof-Grafel - nutzen die Gelegenheit, an etlichen Ständen gemeinsam auf die vom 13. Bis 19.September stattfinde Regio-Challenge einzustimmen. Dahinter verbirgt sich eine spielerische Erfahrungs- und Aktionswoche zur regionalen Ernährung, bei der es gilt, nur das zu sich zu nehmen, was in der Entfernung von höchstens einer Tagestour mit dem Rad gewachsen ist.

Zur Vorbereitung gibt es am Sonntag viele Infos zu Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung und eine kleine Tauschbörse mit regionalen Produkten. Und bei Kaffee und Kuchen besteht im und am Schafstall reichlich Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen.

Hintergründe und das diesjährige Programm finden sich auch auf www.regio-challenge.de. 

Gemeinsam für mehr Leben

Kirche und NABU werten Friedhöfe auf /

Teich am Leehoopweg

Gemeinsam für mehr Leben auf dem Friedhof: 22 Freiwillige folgten dem Aufruf der St.-Lukas-Kirchengemeinde Scheeßel und des NABU Rotenburg und halfen einen Samstag lang beim Bau eines Teiches auf dem Gelände am Leehopweg in Scheeßel. Zeitgleich bereiteten die Helfer zwei kleinere Teilflächen des Friedhofs vor, auf denen einmal Heide wachsen soll. Der Arbeitseinsatz war Teil eines größeren Projekts, in dem die beiden Scheeßeler Friedhöfe ökologisch aufgewertet werden.

Dafür hat sich die Kirchengemeinde mit dem NABU zusammengefunden. Hintergrund ist, dass aufgrund sich ändernder Bestattungskultur – Trend: weg von größeren Familiengräbern und hin zu Beisetzungen in Urnen – auf Friedhöfen ungenutzte Bereiche entstanden sind und weiter entstehen. Auf den beiden Scheeßeler Einrichtungen am Veerser Weg und am Leehopweg haben die beiden Projektpartner insgesamt fünf freie Flächen mit kurzem Rasen identifiziert, die bis Ende kommenden Jahres im Sinne des Naturschutzes umgestaltet werden sollen.

Bei der Planung geholfen hat der bekannte Gartengestalter, Pädagoge und Autor Hein Benjes aus Hellwege. Er hat in den fünf Bereichen verschiedene Schwerpunkte gesetzt und kleine Biotope entworfen, die nicht nur Tieren und Pflanzen Raum bieten, sondern auch Friedhofsbesucher zum Verweilen und Schauen einladen sollen. Außer dem Teich und den Heideflächen gehören dazu zum Beispiel Gruppen mit mehr als 200 einheimischen Sträuchern und Bäumen, ein großes Rosenbeet und eine Begrünung des Gerätehäuschens. Eingerahmt und durchzogen werden die Lebensräume von unterschiedlichen Blühflächen. Für Besucher sind Bänke geplant.

Den Löwenanteil des Projekts finanziert die Kirchengemeinde aus dem freiwilligen Kirchgeld und einem Zuschuss der Bingo-Umweltstiftung. Der NABU beteiligt sich nicht nur planerisch und mit ehrenamtlichen Helfern, sondern auch finanziell. Außerdem ist die Sparkasse Scheeßel als Förderer im Boot. Für dieses Jahr sind neben der Fertigstellung des Teiches inklusive Umzäunung noch die Bepflanzung der Heidebereiche und möglichst vieler Gehölzgruppen geplant. Wer helfen möchte, kann sich bei Carola Hoppe (NABU, 04263-6757894) oder Renate Trau (Friedhofsverwaltung, 04263-984559) melden. 

Tomatentag im Erlebnisgarten

"Tipps und Tausch rund um Tomaten" heißt es am

Sonntag den 29.08 von 15 bis 17 Uhr

im Mitmach- und Erlebnisgarten am Hartmannshof in Rotenburg.

Die beiden NABU-Mitglieder und Tomatenfreundinnen Birgit Dodenhof und Gunda Ströbele halten Tipps für Einsteiger bereit und freuen sich auf Tausch und Austausch mit anderen Tomatenexperten. Beide bringen viele samenfeste, meist alte Tomatensorten aus eigenem Anbau mit.
Bitte um  Anmeldung unter der Rufnummer 04263 6757894

NABU lädt zur Sternschnuppennacht

Eckhoff zeigt Phänomene am Himmel, die mit dem Fernglas sichtbar sind

Wer interessiert sich für Beobachtungen am nächtlichen Sternenhimmel? Der ist richtig bei der NABU-Sternschnuppennacht am

Freitag, 13. August.

Die Teilnehmenden legen sich mit dem Dirk Eckhoff vor allem auf die Lauer nach Sternschnuppen. Außerdem zeigt der Experte aus Helvesiek Planeten und besondere Sternformationen und erläutert mit Hilfe eines Laserpointers die verschiedenen Sternbilder.

Gerade kreuzt die Erde die Bahn eines früheren Kometen. Mit hoher Geschwindigkeit tritt dabei Staub in die Atmosphäre ein. Die winzigen Partikel werden durch Luftteilchen gebremst und geben dabei Bewegungsenergie an sie ab. Das regt diese zum Leuchten an – und von der Erde aus sind Sternschnuppen zu sehen. Eckhoff erklärt Phänomene wie dieses und kennt außerdem Tricks, wie man sich etliche davon und deren Lage gut merken kann.

Anders als in NABU-Sternnächten in früheren Jahren werden diesmal keine Teleskope aufgebaut. Das ist der Pandemie geschuldet. Das Programm konzentriert sich auf Erscheinungen, die auch mit dem Fernglas sichtbar sind. Wer keines mitbringen kann, dem leiht der NABU kostenlos eines aus.

Ebenfalls wegen Covid ist die Teilnehmerzahl auf 30 beschränkt.

Den genauen Treffpunkt und die Uhrzeit erfahren die Interessenten bei der Anmeldung unter

04263-6757894.

Die Naturschützer bitten darum, pünktlich zu kommen, damit die Scheinwerfer anfahrender Autos das Naturerlebnis nicht trüben. Wirklich warme Kleidung, eine mitgebrachte Liege, ein Stuhl oder eine Decke erleichtern entspanntes Beobachten. .

– Achtung: Bei Regen oder bedecktem Himmel wird die Veranstaltung verschoben auf Samstag,

14. August.

Heuschrecken im Moor

Für Sonntag, 4. Juli, 14.30 bis 16.30,

lädt der NABU zur Exkursion mit dem Heuschrecken-Experten Henrich Klugkist aus Bremen ins Große und Weiße Moor. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung unter 04263-6757894 bekannt gegeben. 

Von Moormöhren und Puppenspiel

Für seine nächste Exkursion

am Sonntagnachmittag, 27. Juni,

hat der NABU Rotenburg noch Plätze frei. Besucht wird der Hermannshof zwischen Lauenbrück und Tostedt. Die Teilnehmenden können sich auf eine Führung über den biologisch-dynamischen Betrieb freuen. Zur Vielfalt gehören Kartoffeln, Getreide und Gemüse ebenso wie Hühner, Rinder, soziale Projekte, Theater und Puppenspiel.

Alle weiteren Infos gibt´s bei der Anmeldung unter 04263-6757894. 

Wie der Bach die Kurve kriegt

Viele Heidebäche sind vom natürlichen Zustand weit entfernt. Auf einer Nabu-Führung am Freitag, 11. Juni, 18 Uhr zeigt die Biologin Heike Vullmer am Beispiel des Lünzener Bruchbachs, was getan werden kann, damit sich Insekten, Vögel und Fische wieder wohl fühlen.

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt auf 12.

Bei der Anmeldung unter 04263-6757894 erfahren Interessierte den genauen Treffpunkt und erhalten weitere Infos, zum Beispiel im Hinblick auf Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

Mehr Leben auf den Friedhöfen

Kirchengemeinde und NABU planen gemeinsames Projekt

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert die Ev. luth. St. Lucas Kirchengemeinde Scheeßel mit 12.000 Euro. In Zusammenarbeit mit dem NABU Rotenburg möchte sie ihre beiden Friedhöfe ökologisch aufwerten. Hintergrund ist, dass durch einen Wandel in der Bestattungskultur – hin zu mehr Urnen – weniger Platz für Grabstellen benötigt wird. „Dadurch entsteht freier Raum, auf dem wir etwas für die Natur tun wollen“, sagt Friedhofsverwalterin Renate Trau. Sie hatte die Idee zu dem Projekt und sich damit an den NABU gewandt. Der war begeistert und machte sich sofort ans Planen.

Der momentan vorherrschende recht monotone Rasen soll in Teilbereichen fünf wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen Platz machen. Bei den Einzelheiten konnte der Naturschutzbund auf die Ideen und Erfahrungen des bekannten Gartengestalters und Pädagogen Hein Benjes aus Hellwege zurückgreifen. Gemäß dem jeweiligen gestalterischen Schwerpunkt tragen die kleinen Landschaften Überschriften wie „An der Heide“, „Bei den Steinen“, „Durch die Büsche“, „Bei den Steinen“ und „Am Wasser“.

„Wir wollen die Biotope sensibel in das Gelände mit den zum Teil noch belegten Grabstellen einbetten“, sagt Pastor Hartmut Nack. Auf Sitzbänken können die Friedhofsbesucher zur Ruhe kommen und sich vielleicht auch für die naturnahe Gestaltung ihrer eigenen Gärten inspirieren lassen. In einer kleinen Serie soll dieses Thema auch im Gemeindeblatt aufgegriffen werden.

Die Umsetzung des Projekts soll nach und nach bis in den Herbst 2022 erfolgen. „Wir freuen uns auf eine gute und spannende Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Naturschützern und ehrenamtlichen Gemeindegliedern und -Gruppen“, sagt Roland Meyer vom NABU. Pastor Nack ergänzt: „Mit der Verantwortung für die Schöpfung haben wir einen wichtigen Berührungspunkt.“ Sobald die Pandemie einen Startschuss zulasse, solle es einen Aufruf zur Mitarbeit geben, informieren die Beteiligten. Wer schon jetzt wisse, dass er dabei sein möchte, könne sich gerne auch ab sofort bei Frau Trau von der Kirchengemeinde (04263-984559) oder NABU-Ehrenamtskoordinatorin Carola Hoppe melden (04263-6757894).

Die Bingo-Umweltstiftung fördert das Vorhaben, weil sich Friedhöfe gut für Biotope aus zweiter Hand eignen. „Der Druck auf die Landschaft durch Straßen- und Siedlungsbau sowie durch intensive Land- und Forstwirtschaft führt zu einem Verlust an wertvollen Biotopen, der durch ökologisch gestaltete Friedhöfe gemildert werden kann“, begründet Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr. Als Eigenanteil steuert die Kirchengemeinde gut 18.000 Euro aus dem Freiwilligen Kirchgeld bei. Auch die Stiftung der Sparkasse Scheeßel (1.500 Euro) und der NABU Rotenburg (2.000 Euro) helfen bei der Finanzierung. Um die weitere Planung und Ausführung kümmert sich dessen gemeinnützige GmbH „Bündnis für Naturschutz und Inklusion“.

Ausfall von Veranstaltungen

Mit Hinweis auf die Pantemie fallen folgende Veranstaltungen leider aus:

Sonntag, 2. Mai, Führung
Bei Fitis und Schwarzkehlchen.

Sonntag, 9. Mai, Lesung
Erzählungen aus dem Vogelgarten.
Wer sich über das Buch von Autorin Claudia Koppert bereits jetzt informieren möchte, findet eine Rezension auf der Homepage www.birdnet.de (https://www.birdnet-news.de/naturwerke.dll/Egdkkprntu6~KEFsnobzzW/$)

Aus dem Nest gefallen?

Jungvögel am Boden sind nicht in Not!

Der NABU Rotenburg appelliert an Naturfreundinnen und -freunde, vermeintlich hilflose Vogelkinder in der freien Natur zu belassen und nicht mitzunehmen. Für die kleinen Vögel ist es in der Regel am besten, an Ort und Stelle zu bleiben. Auch wenn es gut gemeint ist: Oft tut man den kleinen Tieren keinen Gefallen, wenn man sie mitnimmt. Denn meist handelt es sich nicht um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, sondern um gesunde Jungvögel, die nach wie vor von den Eltern versorgt werden.

Viele Vogelarten verlassen ihr Nest bereits bevor sie fliegen können. Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasane oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten, Greifvögel und Eulen. Im Siedlungsbereich finden sich am häufigsten die bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der Enge des Nestes entfliehen. Damit sie nicht verloren gehen, geben die Jungvögel fast unablässig sogenannte „Standortlaute“ von sich. Dieses Piepsen wird von Passanten oft fälschlicherweise als Hilferuf interpretiert.

Dass die Jungen außerhalb ihres Nestes oftmals natürlichen Feinden zum Opfer fallen, ist ein natürlicher Vorgang, an den die Natur und die Vogelbestände angepasst sind.

Wer den Vögeln wirklich helfen möchte, sollte ihre Lebensräume schützen. Dazu kann jeder etwas beitragen, etwa den Garten naturnah gestalten, Hecken und heimische Sträucher anpflanzen und beim Einkaufen die ökologische – und auch vogelfreundliche – Landwirtschaft unterstützen.

 

 

 

 

 

Foto: Walter Wimmer

 

 

Neues Heim in luftiger Höhe

NABU ersetzt Turmfalkenkasten am Getreidesilo in Kirchwalsede

Geschickt klemmt Jörg Weber den neuen Turmfalkenkasten zwischen der Gondel seines Hubsteigers und der Plattform des Kirchwalseder Getreidesilos ein. Präzisionsarbeit in 15 Metern Höhe Dann fädelt der NABU-Aktive vier Edelstahlbolzen durch vorbereitete Bohrlöcher in der Plattform und im Dach des Kastens. Anschließend noch vier selbstsichernde Muttern – und fertig ist die neue Behausung für den kleinsten heimischen Greifvogel.

Bereits vor knapp 10 Jahren hatten die Naturschützer einen Turmfalkenkasten am Silo aufgehängt. Der wurde seinerzeit von Familie Tinnunculus, so der lateinische Name der Art, sofort bezogen und seitdem häufig für die Jahresbrut genutzt. Zuletzt war die Nisthilfe allerdings ziemlich absturzgefährdet. Kurz entschlossen fertigte Tischler Manfred Tietje vom NABU jetzt eine neue Behausung an. Die Montage in 15 Meter Höhe besorgte sein NABU-Freund und Landschaftsgärtner Weber, der dafür den Hubsteiger seines Arbeitgebers Hannig aus Grasberg leihen konnte.

Auch wenn sie in Norddeutschland ihren Nachwuchs häufig in alten Krähennestern aufziehen, sind Turmfalken ursprünglich Felsenbrüter, erläutert Rotenburgs NABU-Vorsitzender Roland Meyer. Besonders wohl fühlten sie sich daher in Nischen an Stein in großer Höhe, etwa an Kirchtürmen. Gerne nähmen sie ersatzweise auch Kästen an hohen Masten und Wänden an. Meyer: „Der Platz am Getreidespeicher in Kirchwalsede direkt am Ortsrand und potenziellen Jagdrevier ist ziemlich ideal.“

Turmfalken ziehen pro Jahr durchschnittlich fünf bis sechs Junge groß. Auch wenn die gut am häufigen Rüttelflug zu erkennenden Mäusejäger nicht auf der Roten Liste steht, befindet sich die Art seit etwa 30 Jahren dennoch auf einem langsamen Rückzug. „Dafür gibt es viele Ursachen“, meint Meyer: „Einstiges Dauergrünland ist inzwischen Acker. Auf den Feldern stehen die Halme enger als früher. Und viel Mais erschwert erfolgreiche Jagden. Zudem bieten Neubauten kaum noch Nischen zum Brüten und traditionelle Plätze etwa in Kirchtürmen werden im Zuge von Sanierungen oder der Taubenabwehr verschlossen.“ 

NABU verschiebt Führungen

Mit Hinweis auf die Pandemie verschiebt der NABU Rotenburg seine beiden für diesen und für den kommenden Sonntag, 11. und 18. April, geplanten Exkursionen. Der Frühlingsspaziergang mit Hein Benjes in Fintel soll möglichst am Sonntag, 25. April, nachgeholt werden. Anmeldungen sind unter 04263-6757894 möglich. Das Thema "Wald heute und übermorgen" mit Forstamtsleiterin Lena Maack und Förster Henning Küper soll im Herbst wieder aufgegriffen werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Telefonische Beratung über Nistkästen

Nistkasten Blaumeise R_Priemer
Nistkasten Blaumeise R_Priemer

Infostände sind zurzeit coronabedingt problematisch und wegen leerer Innenstädte relativ sinnlos. Deshalb haben wir umgeplant und bieten nun allen Vogelfreunden eine telefonische Beratung zum Thema Nistkästen.

Am Samstag, 13.3., 10 bis 12 Uhr stehen unsere Mitglieder Holger Bargemann, Wilfried Glauch und Manfred Tietje für entsprechende Fragen bereit.

Die Rufnummern: 04263/911-205, - 206 und -207.

NABU verschiebt Termine

kohlmeisen: eine der Änderungen betrifft auch den Nistkasten-Infostand.
kohlmeisen: eine der Änderungen betrifft auch den Nistkasten-Infostand.

Ursachen: Pandemie und anhaltender Frost

Um niemanden einer unnötigen Ansteckungsgefahr auszusetzen und aufgrund der Wetterlage verschiebt der NABU Rotenburg Veranstaltungen aus dem Jahresprogramm, die für Februar und Anfang März geplant waren. Zum Teil handelt es sich um nur wenige Wochen und zum Teil um mehrere Monate.

Das gemeinsame Aufstellen der Krötenschutzzäune mit Mitarbeitern des Amtes für Naturschutz soll rechtzeitig vor Beginn der Wanderung der Tiere durchgeführt werden, freilich wegen Corona mit besonderen Regeln wie festen Zweierteams und unter Verzicht auf gemeinsame Pausen und Mahlzeiten. „Das ist zwischen dem Gesundheitsamt und der Naturschutzbehörde besprochen. So ist es trotz der Pandemie möglich, Amphibien auf dem Weg in die Laichgewässer zu schützen“, sagt die zweite Vorsitzende Carola Hoppe.

Das Aufbauen der Krötenzäune war ursprünglich bereits für Samstag, 6.2., geplant und wurde kurz vorher wegen des Wintereinbruchs auf Samstag, 20.2., verschoben. „Wegen des anhaltenden Frostes wird es eventuell sogar nötig, noch weiter nach hinten zu rücken. Das entscheiden wir voraussichtlich Dienstag kommender Woche“, sagt Hoppe.

Eine Übersicht der geplanten und neuen Termine aus dem Jahresprogramm:

Veranstaltung

Geplanter Termin

Neuer Termin

Bemerkungen

Mitmach-Aktion „Rettet die Kröten“

Sa, 6. 2.

Sa, 20.2.

Evtl. weitere Verschiebung nötig.

Anmeldung und Infos unter 04263-6757894.

Infostand „Wer brütet wo?“

Sa, 20.2.

Sa, 13.3.

Wegen der anhaltender Kontaktsperre als Telefonsprechstunde unter

04263/911-205, - 206 und -207.
von 10 bis 12 Uhr.

Mitmach-Aktion „Wilde Ecken“

Sa, 27.2.

Herbst

Genauer Termin wird mit dem Programmfaltblatt im Sommer bekannt gegeben.

Seminar „Obstbaumschnitt“

Sa, 6.3.

abgesagt

Anmeldung, Infos und genauer Termin und Ort unter 04263-6757894.

Seminar „Wildbienen-Nisthilfe selber bauen“

Sa, 13.3.

Sa, 29.05.

Anmeldung und Infos unter 04263-6757894.

Führung „Frühling erwacht“

So, 11.4.

 

Bisher keine Änderung geplant

 

 

NABU rekonstruiert alten Torfschuppen

Die Vorlage für die Rekonstruktion stand einst in Wittkopsbostel. (Foto: Wolfgang Dörfler)
Die Vorlage für die Rekonstruktion stand einst in Wittkopsbostel. (Foto: Wolfgang Dörfler)

Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa wird weiter ergänzt

Die Finanzierung steht, die Baugenehmigung ist durch, der Bodenaustausch und das genaue Ausmessen sind bereits erfolgt: Der NABU Rotenburg ergänzt den Mitmach- und Erlebnisgarten MEGa um einen Torfschuppen. Wie schon beim Bau des Krummsparren-Schafstalls an gleicher Stelle verbinden die Naturschützer wieder das Nützlich mit Inhaltlichem und mit atmosphärischen Aspekten und dem Umweltschutz.

Das Nützliche: Weil das bisherige Materiallager in einem Keller der Rotenburger Werke nicht mehr zur Verfügung steht, benötigt der NABU eine neue Unterkunft für seine Werkzeuge und Geräte. Inhaltliches: Die früher in Moorgegenden wie dem Landkreis Rotenburg häufigen Torfschuppen sind heute nirgends mehr erhalten. „Ein solches Gebäude wollen wir rekonstruieren. Das ist ein Stück Heimatgeschichte“ sagt der Vorsitzende Roland Meyer. Neben diesem Aspekt und dem direkten Nutzen als Lagerraum biete es außerdem Anlass, mit Besuchern des Hartmannshofes über Moore, deren Trockenlegung und den Beitrag zur Klimakrise zu sprechen. Ein wichtiges Thema, meint Meyer: „Das CO2, dass aus trockenen Mooren in Niedersachsen entweicht, trägt fast ebenso viel zur Erderwärmung bei, wie der gesamt Verkehr in unserem Bundesland.“

Dass ein weiteres Fachwerkgebäude atmosphärisch bestens zum MEGa und dem alten Stall passt, liegt auf der Hand. Zum Umweltschutz sagt Bernhard Schroeder, NABU-Aktiver und Architekt: „Wir recyceln altes Eichenfachwerk, haben alte Ziegel aus Abrissgebäuden geborgen und verwenden alte Tonpfannen. Und wir sind sehr sparsam mit Beton. Den verwenden wir nur für das Fundament. Für den Fußboden beschränken wir uns auf eine dicke Schicht Lehm.“ Damit die Rekonstruktion des Torfstalls – die Vorlage stand einst in Wittkopsbostel - möglichst authentisch wird, konnte der NABU als Zimmerer den Rotenburger Fachwerk-Experten Tassilo Turner gewinnen. Als Berater steht außerdem der Historiker und Häuserkundler Dr. Wolfgang Dörfler aus Hesedorf bereit.

Wenn alles gut geht und Corona es zulässt, soll der insgesamt 5,65 mal 9,60 Meter große Torfschuppen im Herbst fertig sein. Die Gesamtkosten schätzt der NABU auf 47.500 Euro. 26.000 Euro davon steuert der Verein selbst bei: 15.500 Euro in bar – darin enthalten ist eine großzügige, zweckgebundene Spende einer privaten Stiftung - und 10.500 Euro als Arbeitsleistung. Für den Rest kommen die Deutsche Postcode-Lotterie (14.500 Euro) sowie die Stadtwerke (2.500 Euro) und die Stadt Rotenburg (4.500 Euro) auf, freut sich Meyer. „Dankbar sind wir auch den Rotenburger Werken, die den Bauplatz auf dem Hartmannshof kostenlos zur Verfügung stellen“, ergänzt NABU-Kassenwart und Storchenvater Wilfried Glauch.

Krötenzäune aufstellen

Ein Erdkrötenweibchen mit dem kleineren Männchen auf dem Rücken nähert sich dem rettenden Eimer an einem Krötenzaun.
Ein Erdkrötenweibchen mit dem kleineren Männchen auf dem Rücken nähert sich dem rettenden Eimer an einem Krötenzaun.

Der NABU Rotenburg lädt zum Hilfseinsatz für heimische Amphibien ein.

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Wird Wetterbedingt verschoben auf den

20. Februar
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Der NABU Rotenburg ruft alle Naturfreunde auf  zum offenen Hilfeeinsatz für den Amphibienschutz.  Am Samstag, 6. Februar, ab neun Uhr bis spätestens 15 Uhr sollen spezielle Schutzzäune an Straßen im Südkreis aufgestellt werden, um die Wanderbewegungen von Kröten, Molchen und anderen Froscharten zu schützen. Diese wichtige Aktion wird gemeinsam mit der Unteren Naturschutz -behörde durchgeführt und ist mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Damit die Arbeiten gut geplant werden können, bittet der NABU um Anmeldung unter 04263-6757894. Bei der Gelegenheit wird auch der erste Treffpunkt bekannt gegeben. Alle Arbeiten und Fahrten werden coronabedingt in festen Zweierteams durchgeführt. Ein Imbiss und Kaffee oder Tee für die Pause sind aus hygienischen Gründen diesmal mitzubringen.

 

Unter Laubschichten, Wurzeln, Steinen oder Löchern haben einheimische Amphibien den Winter geschützt in und am Waldboden verbracht. Mit Beginn des Frühjahrs erwachen die wechselwarmen Tiere und suchen zur Fortpflanzung Teiche in der Nähe auf. Damit sie nicht dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, wollen zwei Außendienstmitarbeiter der Naturschutzbehörde und hoffentlich viele Freiwillige dort Zäune an Straßen aufstellen, wo wieder auf etlichen Kilometern mit erheblichen Wanderbewegungen zu rechnen ist. Diese Begrenzungen halten die Kröten davon ab, die Fahrbahn zu überqueren. Stattdessen fallen sie in Eimer, die die Naturschützer etwa alle 25 Meter längs der Barrieren eingraben. Jeden Morgen werden dann ehrenamtliche Krötenfreunde an den Zäunen patrouillieren und die über Nacht gefangenen Amphibien sicher auf die andere Seite bringen. Der NABU freut sich auf alle, die etwas für die Natur tun wollen.

NABU saniert Amphibienteich

In sechs Stunden Arbeit hat der Bagger benötigt, um die Teich wieder herzustellen. (Foto: NABU R. Meyer,
In sechs Stunden Arbeit hat der Bagger benötigt, um die Teich wieder herzustellen. (Foto: NABU R. Meyer,

Verlandung gestoppt / Kröten und Molche können kommen

Vor knapp zwei Jahren konnte der NABU ein Grundstück in den Rodauwiesen etwa auf Höhe des Tennisvereins kaufen. Ziel: den darauf befindlichen Amphibienteich erhalten. Pünktlich zum baldigen Beginn der neuen Laichsaison wurde das Projekt jetzt mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung verwirklicht.

„Der Vorbesitzer hatte den etwa 300 Quadratmeter großen Teich 2012 ausbaggern lassen, um etwas für die Artenvielfalt zu tun“, erläutert der Rotenburger NABU-Vorsitzende Roland Meyer. Denn es gebe nur wenige Stillgewässer in dem Naturschutzgebiet und die Nähe zum Wald sei ideal, weil Amphibien so in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fortpflanzungsgewässer überwintern könnten. „Festgestellt haben wir im vergangenen Jahr verschiedenen Wasserfrösche, den Grasfrosch, Moorfrösche, den Teichmolch und eine weitere Molchart im Larvenstadium, vermutlich den Bergmolch“, berichtet Meyer. Fachleute aus der Naturschutzbehörde hielten den Teich sogar für den seltenen Kammmolch für potenziell geeignet.

„Seit der Entstehung des Teiches sind Rohrkolben, Schilf und Rohrglanzgras immer weiter vorgedrungen. Und am Ufer aufgelaufenen Erlen haben das Wasser beschattet“, so Meyer: „Zum Schluss drohte der Teich vollends zu verlanden.“ Diesen Prozess haben die Naturschützer jetzt durch einen Baggereinsatz aufgehalten, in Absprache mit der Naturschutzbehörde amphibienschonend mitten im Winter. In sechs Stunden Arbeit hat das 22 Tonnen schwere Gerät das Gewässer in seiner ursprünglichen Form wieder hergestellt. Es ist etwa 70 Zentimeter tief und an den Ufern flach ausgezogen. Meyer: „So können Tiere leicht hinein und hinaus und die Sonne hat es leicht, das Wasser zu erwärmen. Dann entwickeln sich Kaulquappen und auch Insekten gut.“